3 Tage, 3 Flieger, 6 Piloten – Im Juni in die Normandie und an die Nordseeküste
3 Tage, 3 Flieger, 6 Piloten – Im Juni in die Normandie und an die Nordseeküste

3 Tage, 3 Flieger, 6 Piloten – Im Juni in die Normandie und an die Nordseeküste

Zusammen mit befreundeten Piloten aus Egelsbach, Aschaffenburg und Reichelsheim nahmen wir die Planungen für ein verlängertes Wochenende auf.

Schnell kam der Vorschlag, den charmanten Platz Kikity an der masurischen Seenplatte anzufliegen, gefolgt von einer Route an der Ostsee entlang, über Rügen, Schweden und Übernachtung in Dänemark. Der Rückflug sonntags sollte dann von Dänemark an der Westküste, vorbei an Sylt, Helgoland und den Nordseeinseln erfolgen.

Wie so oft kam alles anders.

Am Abend vor dem eigentlichen Flug organisierte die Gruppe eine kurzfristigeVideokonferenz, da die Wettervorhersage ungemütlich aussah. Gewitter und Regen war an der Grenze von Ostdeutschland und Polen – „alles fliegbar“, so die Einschätzung der alten Hasen. Aber warum in den Regen fliegen, wenn im Westen Europas die Sonne wartet?

Also wurde vereinbart, sich am Freitagmorgen für die weitere Planung in Zweibrücken zu treffen. Mit der D-ETPS starteten wir rechtzeitig, auf FIS war es noch sehr ruhig. Nach und nach trafen die anderen beiden Maschinen aus Egelsbach und Reichelsheim ein. Schnell wurde überlegt, geplant und ein neues Tagesziel gefunden: Granville, nördlich von Mt. St. Michel an der Atlantikküste Frankreichs. Direkt das nächste Leg geplant, Flugplan aufgegeben und schon ging es mit der PS über Luxemburg nach Frankreich. Tankstopp war LFOB nördlich von Paris. Der Flughafen erwies sich als das Frankfurt/Hahn von Paris – zumal eine Ryanair und Wizz-Air nach der anderen an- und abflogen. Nebendran standen wir mit der Piper auf dem Vorfeld.

Nach einer Pause, Refuelling, Drinks und Snacks ging es in Richtung Granville bei bestem Wetter. Der Anflug auf Granville war sehr entspannt – der Atlantik direkt hinter der Piste. Auf dem Vorfeld wurde eine Übernachtungsmöglichkeit organisiert – ein örtliches Taxi war leider nicht zu finden. Nach einem Kaltgetränk in der Bar der Fallschirmspringer konnten wir die Jungs überreden, uns mit ihren Privatfahrzeugen in die Stadt zu bringen. Bei bester französischer Küche und französischem Wein klang der erste Abend aus.

Am Samstagmorgen traf sich die Gruppe in aller Früh beim Frühstück um zu philosophieren, wie es nun weiter geht. Aufgrund der Abweichung von der ursprünglichen Planung sind keine Hotels reserviert oder Flughäfen angefragt. Mehrere Optionen wurden durchgespielt bis einer der Gruppe sagte „Ich kenne da den Geschäftsführer einer Jugendherberge auf Juist.“ Am Wochenende stand die Jugendherberge leer somit war das Tagesziel entschieden. Nach Abflug in Granville ging es zum Sightseeing nochmal kurz in den Süden um Mt. St. Michel zu umrunden, anschließend nach Norden über den Omaha Beach an der französischen Küste entlang. Ein erster Stop wurde bereits in LFAT eingelegt. Auch hier ein schöner Anflug vom Atlantik aus zu einem Flugplatz mit viel VFR-Traffic. Der Kontroller hat ganze Arbeit geleistet und alle Flieger hervorragend gestaffelt. In Le Touquet genossen wir erneut die französische Küche direkt am Airport. Doch dann wurde die Gruppe ausgebremst. Der Flugplatz macht Mittagspause, und so hingen wir knapp 1h auf dem Vorfeld fest und mussten warten, bis es weitergehen konnte. Dann aber vollgetankt vorbei an Belgien und den Niederlanden. Über den großen Hafen von Rotterdam drüber, Amsterdam wurde rechts am Horizont gesehen, ging es vorbei an Alkmaar. Erneut kurze Pause in Leer/Papenburg zum erneuten Tanken und dann der kurze Sprung rüber auf die Insel. Motor aus, Tür auf – Nordseeluft. 

Dieser Tagestrip war lang, und so schmeckte das kalte Bier in den Dünen von Juist besonders lecker.

Am Sonntagmorgen war Juist noch im Nebel, der Abflug verzögerte sich und so hatten wir Zeit, über Gott und die Welt zu reden. Es wurde der Plan gefasst, nach Helgoland über zu setzen und dort den Mittag zu verbringen. Der Nebel auf Juist lichtete sich, aber Helgoland stand nach wie vor in der Suppe. Nichts desto trotz haben wir die Maschinen angeworfen und sind nach Helgoland aufgebrochen. Die Insel schielte hier und da im Nebel durch, aber an eine Landung war nicht zu denken. Also drehten wir ab, vereinbarten Wilhelmshafen als letzten Stop für einen gemeinsamen Kaffee, bevor wir im letzten Leg von ordentlich Thermik durchgeschüttelt wurden, und nach knapp 15h gesamter Flugzeit zurück in EDFC waren.

Bericht: Ralph Pittich & Sascha Mämecke